Ferienspaß

Ich hänge etwas hinterher mit dem erzählen – nicht, weil wir nichts erleben, sondern weil der Kindergarten Ferien macht, und wir dadurch besonders viel gemeinsam unternehmen.

Diese Kindergarten-Ferien, mehrmals im Jahr,  sind hier in Frankreich eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie der kindergartenfreie Mittwoch. Wie Eltern das mit ihrem Arbeitgeber regeln, ist mir (noch) ein Rätsel. Auf jeden Fall hat sich eine Vielzahl von Dienstleistern auf Mittwochs- und Ferien-Bespaßung und -Betreuung spezialisiert.

Staatliche Kinderbetreuung gibt es zu diesen Zeiten allenfalls dann, wenn beide Elternteile voll arbeiten. Mittwochs besuchen die Kinder also unter Umständen einen anderen Kindergarten als an den übrigen vier Tagen der Woche, man sieht in den Straßen und Parks auch viele Großeltern mit Kindern. Außerdem gibt es private Anbieter, bei denen Kinder dann, betreut von professionellen Animateuren, einen Tag lang Sport machen oder basteln oder sich in Indianer verwandeln lassen oder Englisch lernen oder Theater spielen oder, oder, oder. Wir waren von der großen Auswahl zunächst ziemlich überfordert und mussten etwas Zeit investieren, um für unsere Kinder etwas passendes zu finden. Nicht zu kommerziell, nicht zu lang, nicht zu kompliziert wegen der Sprachbarriere, beide gemeinsam in einer Gruppe. Auf jeden Fall sollten sie auch in den Ferien regen Kontakt mit französischen Kindern haben.

Wir haben dann glücklicherweise den örtlichen Sportverein entdeckt: Gleich um die Ecke, in beruhigender Fußweg-Entfernung, haben die Jungs heute einen Tag mit Sport und – offensichtlich auch – Spaß verbracht. Die Betreuer wirkten auf sympathische Weise professionell und nahmen sich besonders unseres „Kleinen“ sehr nett an. Am Nachmittag bekamen wir bestätigt, was wir schon wussten: S. versteht sehr viel vom gesagten, guckt ansonsten zu und macht nach, so dass er gut mitkommt. Er sei ja auch sehr sportlich. J. verstünde altersbedingt deutlich weniger, versuche aber auch vieles, notfalls eben etwas anders als gewünscht.

Die Nähe des großen Bruders gibt J. die nötige Sicherheit, um bei solchen Veranstaltungen in fremdsprachiger Umgebung mitzumachen. Beide wollen unbedingt nächste Woche noch mal hin – also war es wohl tatsächlich schön.

Außerdem bietet der städtische Espace Jeunesse in den Ferien kostenlose Zeichenstunden bei einem echten Comic-Zeichner an. Nachdem S. hier in der Wohnung begeistert die Comic-Vorräte des Sohnes der Vermieterin durchforstet (gar  nicht so einfach, die sind nämlich eindeutig für ältere Jungs!), war er nach dem ersten Kurstermin sehr angetan und will auch hier öfter hingehen.

Auch im Kindertheater waren wir, und zwar bei „Yu et la tortue“. Die französische Bezeichnung Spectacle trifft die Sache am besten: Ein Alleinunterhaltet mir diversen Tier-Puppen, Geschichten, Späßen, Liedern, Gesten dazu – und mittendrin zwei deutsche Kinder, die fröhlich zwischenriefen und mitmachten, weil alles auch ohne Detail-Vokabelkenntnisse verständlich und ziemlich Musiklastig (Herr Yu schreibt u.a. Kinderlieder) war.  Dass es nach der Vorstellung etwas zu naschen und zu trinken gab, war die Krönung!

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