Wahlen hier und da

Als brave, aufgeschlossene Kurzzeit-Einwanderer haben wir natürlich gestern die Präsidentschafts-Wahlen verfolgt. Es ging dabei offenbar so sehr um die Person, dass auf den Wahlplakaten die Partei gar nicht oder nur sehr klein abgedruckt war.

(Bin ich eigentlich die Einzige die beim Sarkozy-Slogan immer an „Francfort“ denkt???)

Mit dem Sarkozy-Motiv wurde im Vorfeld der Wahlen schon viel Schabernack getrieben. Diverse Medien haben schon vergangene Woche den Abgesang auf Sarkozy angestimmt. Spätestens seit der TV-Diskussion schien Hollande als Sieger festzustehen. Obwohl die letzten Wahllokale gestern erst um 20 Uhr schlossen, wurde die Siegesfeier der UMP in Paris schon gegen halb sieben abgesagt. Schon um 18 Uhr soll Sarkozy die offizielle Präsidenten-Garde zu Hollande geschickt haben.

Im TV gab es dann um kurz or 20 Uhr einen Countdown, an dessen Ende eine Balken-Grafik  (ein Balken!) mit dem Sieger präsentiert wurde. Die weitere Berichterstattung bestand aus Interviews mit Politikern, Korrespondenten-Berichten von den diversen, sehr beeindruckenden Freudenfesten der Sozialisten, Interviews mit begeisterten Sozialisten-Anhängern und traurig-verständnislosen Sarkozy-Fans. Die Abschiedsrede von Sarkozy (fand ich persönlich sehr salbungsvoll und egomanisch) wurde natürlich übertragen, ebenso die ersten Ansprachen Hollandes.

Den optisch größten Raum in der Berichterstattung nahm aber etwas ungewohntes ein – nämlich der Autokonvoi, der Hollande von seiner Heimatstadt zum Flughafen bzw. vom Pariser Flughafen zur Place de la Bastille brachte. Man sah ungelogen stun-den-lang die Rücklichter begleitender Motorräder oder den Blick von der Seite ins Fahrzeug von Hollande (der übrigens dauertelefonierte und vermutlich einen sehr stabilen Magen brauchte, um den Abend zu überstehen). Zum schwindelig-werden. Der neue Präsident wurde dan ganzen Abend über hautnah verfolgt, und wir TV-Zuschauer durften per Split Screen dabeisein:

Schon etwas anderes als die deutsche Elefantenrunde nach der Schleswig-Holstein-Wahl!

 

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Ein Kommentar

  1. LaTante

    Haha, das France forte Plakat habe ich gerade in den Nachrichten gesehen und gedacht „Frankfurt?!“. SCheint ein familiärbedingter Gendefekt zu sein.

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