Les Baux-de-Provence

Dank der lieben LaTante war ich vergangene Woche in Les Baux, einem Ort der, die Naturwissenschaftler ahnen es, tatsächlich etwas mit der Bezeichnung des Bauxit zu tun hat. Außrdem ist Les Baux einer der Plätze, die zuverlässig in jedem Provence-Reiseführer als sehenswert aufgelistet werden.

Schon die Anfahrt durch die Alpilles ist ein Erlebnis: Diese Berge sehen nämlich wirklich wie kleine Alpen aus, sind aber nur 300 bis 500 Meter hoch, so dass wir uns ein bisschen wie Gulliver fühlen durften.

Les Baux ist in mehrfacher Hinsicht ein Erlebnis: Zunächst einmal ein Ort, der samt Burg wie ein Adlerhorst auf einem Felsen sitzt, und bei der Anfahrt kaum zu erkennen ist. Enge Gassen, Autofrei, ganz reizend. Dem Felsen abgetrotzt und teilweise einfach diesen integrierend. Wikipedia schreibt etwas von „gut entwickeltem Fremdenverkehr“, und das ist reichlich untertrieben: Auf etwas über 400 Einwohner kamen bei unserer Ankunft am Vormittag eines ganz normalen Wochentages schon mal neun Reisebusse voller Touristen, von den diversen PKW-Insassen wie uns ganz zu schweigen. Schulklasssen und Kindergarten-Gruppen wurden durch die Straßen getrieben und man mag sich das alles nicht während der Hauptsaison vorstellen. Die Geschäfte im Ort sind perfekt auf die Invasion eingestellt, es gibt mehr oder weniger schönes Kunsthandwerk aus aller Welt, Lavendelfarbiges und -duftendes, und Restaurants.

Die Sprachenfülle ist babylonisch und die Kleiderordnung changiert wie immer an solchen Orten von elegant bis Radlerhose (wer hat das eigentlich erfunden, dass man die auch abseits des Rades durch die Gegend tragen darf, egal wie man darin aussieht?).

Wir ließen uns also treiben, merkten schnell, dass sich die Nebensträßchen zur Fortbewegung empfehlen und landeten mit Umweg über die Kirche (in der geistliche Musik in Dauerschleife aus den Lautsprechern strömt) am Burgtor. Ich war ja skeptisch (Ritterspiele jedes Wochenende, ich befürchtete Disneylandartiges), ließ mich aber zur Burg-Besichtigung überreden, und es hat sich gelohnt! Die Felsen sind voller Spuren früherer Besiedelung: Häuser wurden einfach an die Felswand gebaut und diese mit Nischen, Regenabfluß usw. integriert. Charmant ist auch, dass der Friedhof des Dorfes sich dort oben befindet. Gräber mit Aussicht, sozusagen (Anstatt sich für die historischen Details zu interessieren, könnte man tatsächlich auch einfach nur die Aussicht genießen. Die zeige ich auch in Kürze, versprochen!).

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Ein Kommentar

  1. LaTante

    Freut mich, dass es Dir auch so gut gefallen hat! Das war wirklich ein perfekter Ausflugstag – nette Gesellschaft, schönes Wetter, tolle Landschaft, gutes Essen – Provence wie aus dem Bilderbuch!

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