Morgenroutine

Viermal die Woche fährt einer von uns morgens zwischen 8 und 9 die Jungs um Aix herum zum Kindergarten. Aufgrund der Länge des Weges ist das eine komplexe Angelegenheit. Neben der Streckenführung gilt es, die Abgabezeiten des auf dem Weg liegenden Kindergartens zu beachten: Zwischen 8.20 und 8.30 Uhr dürfen dort die Kinder abgegeben werden, so dass es um diese Zeit im Kreisel vor unserer Einfahrt mal kurz ziemlich voll wird. Und an der ersten von zwei Ampeln am Weg steht dann auch eine Autoschlange Das ist insofern enervierend, als die Franzosen (jedenfalls hier) zwar zu rasanten Spurwechseln und Drängeleien neigen, an grünen Ampeln aber gern noch etwas warten mit dem Anfahren. Außerdem werden Ausparker so gut wie immer vorgelassen, was zwar höflich und sympathisch ist, aber immer mal wieder den Verkehr stoppt und die deutsche Geduld strapaziert.

Nach diversen Optimierungsversuchen hat sich gezeigt, dass es am nervenschonendsten ist, einfach auf der Autobahn im Strom mitzuschwimmen. Da kann man im Stau derzeit wenigstens die Blütenprachte links und rechts bewundern….. Unsere Auffahrt ‚runter, die Straße entlang, an der Ampel je nach Uhrzeit länger oder kürzer warten, sich durch zwei Kreisel drängen – und dann nur noch zweimal Spurwechsel nach rechts. Die allerdings haben es in sich, rechts ist es nämlich immer voll.

Ist aber zu schaffen, wie man sieht! Dafür wird man gegen Ende der Strecke mit wunderbarem Weitblick belohnt.

Je nach Gesamtlage brauchen wir 15 bis 25 Minuten Fahrtzeit, in denen die Kinder entweder still vor sich hin sinnieren, Musik hören, oder aber weltumspannende Diskussionen  („Ist Österreich ein Freund von Leipzig?“ „Haben Böse ihre Kinder auch lieb?“) und Analysen („Du bist ein Dickkopf und ich bin lieb! Und Papa ist auch ein Dickkopf und S. ist auch lieb!“) beginnen.

Und wenn die kurze Rück-Route zu voll ist, gibt es einen Schleichweg, der geradezu idyllische Ecken hat, was die vom Hinweg evtl. strapazierten Nerven wieder wunderbar beruhigt.

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2 Kommentare

  1. LaTante

    Verstehe ich das richtig? Mama und Papa sind Dickköpfe, und die Zuckerjungs sind lieb? Treffende Analyse! Hätte ich nicht besser formulieren können!

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