Was macht Ihr eigentlich den ganzen Tag?

Diese Frage hören wir immer mal, also habe ich mal darüber nachgedacht.

Natürlich gehen wir hier alles etwas langsamer an, als daheim. Und Arbeit und Selbstverwaltung nehmen gottlob nicht so viel Zeit in Anspruch, wie befürchtet. Dafür verbringen wir tatsächlich viel Zeit mit den Kindern und in der Umgebung. Das macht Spass, ist aber auch anstrengend, und vor allem voller spontaner Umdispositionen. Letzte Woche, zum Beispiel (man denke sich hinzu: Temperaturen inzwischen bis 32 Grad, leider schlechten Nachtschlaf, zwei ziemlich willensstarke Kinder, eines davon gelegentlich sehr, sehr laut werdend):

Montag war Kindergartenfrei (Pfingsten). Also ist der Mann mit den beiden Jungs halbtags in einen Vergnügungspark gefahren, in den die beiden schon seit langem gehen wollten, während ich mich auf den wichtigsten amtlichen Schriftverkehr, das Online-Banking, Essenszubereitung (u.s für den Kindergarten, in den das Mittagessen selbst mitgebracht werden muss) und die Hausreinigung gestürzt habe. Nachmittags ging es ins Wohnanlagen-eigene Schwimmbad.

Dienstag: morgen die Erkenntnis: Mit dieser Entzündung am Allerwertesten geht der J. ncht in den Kindergarten, er spielt heute mal „unten ohne“ in Haus und Garten. Einer von uns spielte also immer mit, während der jeweils andere S. chauffierte, einkaufte (dauert immer noch relativ lange, dazu ein anderes Mal mehr!), diversen Kleinkram erledigte, ein wenig arbeitete, und, und, und. Alles gaaanz lansam, weil bei 32 Grad im Schatten.

Mittwoch ist Kindergartenfrei in Frankreich. Die Planung des Tages wurde deutlich verkürzt durch S., dem beim Frühstück übel wurde. Bis mittags blieb das auch so. Unterdessen passierte das, worauf wir seit Wochen hofften: J. entdeckte endlich sein Töpfchen wieder und benutzte es fortan begeistert im Halb-Stunden-Takt. Womit wir an diesem Vormittag im Detail beschäftigt waren, erspare ich euch. Nachmittags normalisierte sich die Lage wieder, und es wurd endlich wahr, was uns seit Jahren gepredigt wird: Mit kleinen Kindern ist in Garten eine tolle Sache. Planschbecken aufgestellt, Tiere und Plastikschälchen, äh, Schiffe dazu, Sonnencreme auftragen – fertig ist das Kinderparadies. Sollte man meinen. Leider waren diese Kinder ziemlich fern jeder paradiesischen Eintracht, rutschten auf dem durch rein- und rauslaufen feuchten Fliesenboden mehrfach aus, prügelten ziemlich wahllos aufeinander ein und mussten engmaschig überwacht, und schließlich getrennt werden. Selbstverständlich ließ der Nachtschlaf nach diesem bewegungsarmen Tag ein wenig auf sich warten. Flohzirkus bis halb zehn.

Donnerstag gingen dann beide Kinder in den Kindergarten, und wir in eine Calanque (später mehr dazu). Am späten Nachmittag brachen Kinder und Vater zum Pool auf, während ich den Teig für die versprochenen Crèpes rührte. Kaum war der Ofen angestellt, klingelte es Sturm: Der Mann drückte mir den Blutüberströmten J. auf den Arm, erklärte die Lage (hingefallen, im Schwimmbad auf den Mund gefallen) und flitzte zurück an den Pool, um S. einzusammeln (zur Beruhigung: Wir sind dort eigentlich nie alleine!). J. weinte verzweifelt und lange, blutete vor sich hin aus einer nicht zu sehenden Stelle im Mund, ließ sich erst nach einer Viertelstunde beruhigen, anziehen, und schlief dann erschöpft ein – immerhin mit den Worten „…will schwimmen….“. Abgetastet hatte ich ihn, die Zähne auch alle iim Mund gesehen, mehr konnte ich nicht prüfen. Der Abend verging dan mit Anrufen beim frankophilen Verwandten zwecks nachhaltiger Recherche beim hiesigen Notdienst, einem Anruf in der deutschen Kinderklinik, Überwachung des schlafenden (und weiter bltenden) Patienten, Panikattacken, Crèpe-Produktion für S. , für uns und – für J., der nach einer Stunde Schlaf aufwachte, und sich sfort nach den versprochenen Crèpes erkundigte. Bei der mund-Untersuchung hielt er selbst die Taschenlampe, aß dann ein wenig Crèpe und war insgesamt wieder ziemlich lustig, wenn auch reichlich verschwollen um den Mund. Auch dieser Abend endete später, als er sollte.

Freitag morgen wachte J. mit ehr unförmigem Mund auf. Weil er noch Schmerzen hatte, und vor allem nicht trinken wollte, behielten wir ihn daheim, ich brachte S. in den Kindergarten, kaufte ein (u.a. Strohhalme!), übernahm danach vom zu arbeiten habenden Vater die Kinds-Bespassung, durfte nach dem Mittagessen Pause machen, weil der Sohn schlief, erledigte dann weitere Besorgungen (Post, Obst, Bäcker) und holte den S. ab. Danach ging es für die Jungs wieder in den Pool, ich bereitete Abendessen vor und dann, ja, dann kam der Babysitter, und wir durften ins Konzert.

Samstag: Schwimmen, zur Abwechslung mal mit Mama. Dann Mittagessen. Dann Busfahrt in die Stadt (Mutter und großer Sohn), Eisessen, Karussellfahren, bummeln. Rest-Familie treffen im Mini-Konzert in der Innenstadt. Noch mehr Eis essen, Rückweg zum Auto schlendern, Abendessen. Die Frage klären, ob das Dreck ist, im Gesicht des kleinen Sohnes, oder beginnende blaue Flecken vom Sturz (Antwort: letzteres). Langes Vorlesen, noch längeres Einschlafen. Beschluss, morgen einen Marathonlauf zu veranstalten, damit die Jungs mal wieder VOR 21 Uhr in den Schlaf kommen.

Sonntag: knnt ihr hier nachlesen. Kein Marathonlauf, also wieder spätes Einschlafen.

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